
Vor langer Zeit, an den Ursprüngen der Psychologie, sagte Freud dass wir Menschen die Natur vermenschlichen, um leichter ihre unkontrollierbaren Katastrophen zu erdulden. Und über 100 Jahre später hat sich der Mensch nicht viel verändert (die Menschlichkeit vielleicht). Wir müssen Sachen und Ereignisse welchen wir ausgeliefert sind verstehen, sortieren, schubladisieren. Ihnen einen Sinn geben. Oder eine Diagnose.
Die Diagnose jedoch ist wie das Damoklesschwert - Gefahr in einer scheinbar komfortablen Situation. Sie kann durchaus helfen, ein Ansatz der gezielten Therapie zu sein. Jedoch kann sie auch zu einer Ausrede werden. ADHS, Autismusspektrum, Borderline... Die Liste der neuen Diagnosen, die zu nie so hohen IV-Anmeldungen unter 25-jährigen führen, ist übersichtlich. Und doch endlos und steigend.
Eine Diagnose ist kein Ende. Sie ist ein Anfang des Heilungsprozesses.
